Brazilian Jiu-Jitsu

BJJ ist aus dem japanischen Jiu-Jitsu entstanden.

Die Gracies, eine legendäre Kampfsportfamilie,  entwickelte das japanische Jiu-Jitsu weiter und rief das Brazilian Jiu-Jitsu, kurz: BJJ ins Leben.

Über Jahrzehnte hinweg traten sie in sog. "regellosen Kämpfen" gegen andere Kampfkünstler an. Dadurch erkannten sie sofort, welche Techniken auf der Straße wirklich zur Selbstverteidigung geeignet waren. Dieses Wissen ließen sie in die Entwicklung des BJJs einfließen.

Helio Gracie war entscheidend an der Verfeinerung und Verbesserung der Techniken beteiligt. Helio selbst war ein körperlich schwacher Mann. Sein Hauptanliegen war es deshalb, einen Stil zu kreieren, mit dem sich jeder gegen physisch stärkere Gegner effektiv verteidigen kann.

Das Endresultat ist heute unter dem Name: Gracie Jiu-Jitsu bzw. Brazilian Jiu-Jitsu bekannt und gehört zu einer der am schnellsten wachsenden Kampfsportarten.

Absolute Popularität erlangte BJJ allerdings Anfang der 90er durch die Ultimate Fighting Championships (UFC), das Vollkontakt-Turnier mit nahezu keinen Regeln, das erstmalig auf amerikanischem Boden stattfand. Hier konnte ein äußerlich unscheinbarer Kämpfer namens Royce Gracie, der nur 80kg wog, mit nahezuher Leichtigkeit seine körperlich überlegenen Gegner besiegen und den Turniersieg davontragen. Er wiederholte seine Leistung auch bei der zweiten Edition der UFC.

Durch seine Siege versetzte er die Kampfsportwelt in einen regelrechten Schockzustand, nicht weil er seine Kämpfe ohne große Probleme gewann, sondern WIE er gewann:

Denn er machte die Kampfkunstszene darauf aufmerksam, wie relativ leicht es doch ist, einen Stand-Kämpfer wie Boxer, Karateka, Kickboxer usw. zu besiegen, indem man ihn einfach aus seiner gewohnten Umgebung reißt.

BJJ als ideale Selbstverteidigung auf der Straße

Es gibt kaum Situationen, bei denen wir unseren Schülern und vor allem Frauen raten, sich auf der Strasse auf eine Konfrontation einzulassen. Solange irgendwie dem Kampf ausgewichen werden kann, sollte man diese Gelegenheit ergreifen und sich in keine unnötige Gefahr begeben. Allerdings ist das nicht immer möglich und eine Konfrontation unausweichlich.

In Selbstverteidigungssituationen hat man meist nicht so viel Distanz zum Gegner, dass man ihn schlagen oder mit den Beinen treten könnte. Wenn der Angreifer dich umklammert, ergreift oder gar auf den Boden wirft, ist die Fluchtoption nicht mehr vorhanden und die erlernten Techniken und Reflexe aus dem Standkampf wirkungslos. Beim BJJ Training dreht sich alles um den Clinch (Nahkampf) und den Bodenkampf. Du wirst also im BJJ-Training auf jene Situationen optimal vorbereitet, bei denen Kämpfen die einzige und letzte Möglichkeit ist, um deine Haut so gut wie möglich zu retten, ohne stundenlang gegen einen Sandsack zu hauen, um schlussendlich einem stärkeren Gegner doch zu unterliegen. Wir verschwenden unsere Zeit nicht mit nur reinen Schlag- und Tritttechniken, die dir am Ende noch ein falsches Selbstvertrauen vermitteln.

Wie unterscheidet sich Brazilian Jiu-Jitsu vom Japanischen Jiu-Jitsu?

Der Unterschied ist etwa vergleichbar mit Basketball und Handball. Obwohl BJJ und das (Japanische) Jiu-Jitsu eine Reihe von Gemeinsamkeiten haben, unterscheiden sie sich trotzdem in wesentlichen Punkten. Diese Art des Trainings, ein großer Teil der Techniken und vor allem auch die Kampfstrategien sind beispielsweise verschieden. Durch die unterschiedliche Art, wie die Techniken angewandt werden, wird BJJ der heutigen Realität gerechter.

BJJ kann jeder trainieren und dabei Spaß haben!

Sogar Leute, die mit Kampfsporttraining eigentlich nicht viel anfangen können, entdecken im BJJ ihre Freude am spielerischen Kämpfen. Dies gerade deshalb, weil im Sport (Wettkampf -) BJJ ohne jegliche Schläge und Tritte gearbeitet wird. Es basiert rein auf Hebel- und Würgetechniken. Somit kann man BJJ hart trainieren, ohne am nächsten Tag im Geschäft mit blauen Flecken im Gesicht den Arbeitskollegen oder Kunden gegenüber treten zu müssen.

BJJ hat so viele Aspekte, dass alle etwas finden, das sie überzeugt, es als ihre Sportart zu wählen. Es bietet ein totales Körperworkout bei dem die sportlichen Fähigkeiten gefördert werden, der komplette Bewegungsapparat wird gestärkt und flexibel.

Dies alles sorgt für ein besseres Körpergefühl, das sich merklich am Selbstvertrauen widerspiegelt. Durch das Training werden überschüssige Energie, Stress und Aggressionen abgebaut. Konzentration, Körperbeherrschung und Selbstdisziplin werden bei uns ebenso gefördert.

Wie gesagt! In lockerer Atmosphäre stellt das BJJ eine angenehme sportliche Aktivität dar, die Körper und Geist entwickelt und eine Menge Spaß macht - ohne jeglichen Leistungsdruck.

Gezielt eingesetzt ist es aber auch eine konsequente und kompromisslose Kampfkunst, die ihren Ursprung in realen Kämpfen ohne Regeln findet und unter diesem Aspekt das eigene Leben zu schützen vermag.

BJJ als zweite Kampfsportart für den "Kompletten Fighter"

Die meisten populären Kampfsysteme leben vom "Kampf aus dem Stand". Inzwischen ist es jedoch fast überall bekannt, dass ein Fighter der sich "nur" im Stand wohl fühlt, einfache Beute für einen Bodenspezialisten ist. Das ist inzwischen ein Fakt, der mehr als genug bewiesen worden ist. Es ist VIEL einfacher einen Gegner auf den Boden zu bringen, als zu verhindern, auf den Boden gebracht zu werden. Inzwischen gibt es unzählige Veranstaltungen (UFC, PRIDE, SHOOTO usw.), bei denen sich Leute aus den verschiedensten Kampfsportrichtungen in (nahezu) regellosen Kämpfen messen. Aber KEINER ist mehr so naiv, als reiner "Standup-Fighter" anzutreten. Im Gegenteil! Der Bodenkampf (- die Spezialität des BJJ -) gehört mittlerweile zum Repertoire des erfolgreichen Kämpfers.

BJJ ergänzt sich deshalb zu anderen Kampfsportarten ideal. Karatekas, Boxer, Kickboxer, Muay Thai- oder Wing Chung-Kämpfer, welche solche Veranstaltungen schon gesehen haben merken schnell, dass ihnen der Bodenteil fehlt. Mit BJJ können sie ihre Effektivität um ein Vielfaches steigern. Wer die Bodenwelt versteht, merkt schnell, dass der Standkampf nur einen kleinen Teil vom Ganzen ausmacht.